DYC - Segeltörns

Atlantik-Törn
Lanzarote - Madeira und zurück

 

Ilhas Selvagem

Ein Besuch auf der einsamsten Insel Europas

Törnbericht: Dr. Axel Braun

'Selvagem? Nie gehört, wo soll das denn sein?' So oder so ähnlich sind die Reaktionen wenn man sagt, dass man die Ilhas Selvagem besuchen will.
Aber der Reihe nach: Vor 2 Jahren war eine Truppe vom DYC von Gibraltar aus aufgebrochen, um über Madeira und Selvagem nach Teneriffa zu segeln. Aufgrund ungünstiger Wetterverhältnisse mußte das Unterfangen aufgegeben werden.
Dies wiedrum hat insbesondere John Rowen und mich geärgert, wollten wir doch unbedingt diesen 'lost place' besuchen. Also machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten, hochseetauglichen Schiff. Gar nicht so einfach in einem von Bavarias dominierten Chartermarkt und einem Revier, wo man eher von Ankerbucht zu Ankerbucht motort!

Nach einem Jahr und einigem Hin und Her hatte John schließlich eine Dufour 455 Grand Large aufgetan. Ein kurzer Ruf in die Runde, und die Truppe vom Gibraltar-Törn (Jasper Gährs und Klaus Michaeli) hatte wieder zugesagt. Einzig Hendrik Lühl konnte diesmal nicht mit.

So haben wir vier Ende September in Puerto Calero auf Lanzarote eingeschifft. Bis auf Radar funktionierte diesmal (scheinbar) alles. Der Wettergott schien auch gnädig – laut Vorhersage des Wetterrouting-Programms kommen wir mit einem Anlieger bis nach Porto Santo, der östlich gelegenen Nachbarinsel von Madeira. Aber schon kurz nach dem Start wird klar – das wird so nichts. Eine vernünftige Form ist in die Rollsegel auch mit allen Tricks nicht zu bekommen, und so sind 5kn an der Kreuz eher die Ausnahme....mit meiner 31 Fuß First würde ich da wohl Kreise um die 45er drehen....(bezogen auf die Polarwerte der 45er lag deren Leistungsvermögen nur bei 60%!)

Am ersten Tag sehen wir noch 1, 2 Schiffe, danach ist vollkommene Einsamkeit – nur ein atemberaubender Sternenhimmel ist nach Untergang des Mondes über uns. Leider mußten wir den Motor alle 3 Stunden starten, da die Batterien ziemlich am Ende waren. 'Ruhe' war insofern ein relativer Begriff.

Am Morgen des dritten Tages kommt Madeira in Sicht, wir halten uns östlich von den Ilhas Desertas und kreuzen Richtung Porto Santo, wo wir in der folgenden Nacht gegen 0400 anlegen.

Wir sind definitv das einzige Charterschiff im Hafen! An dessen Wand haben sich viele Langfahrer verewigt, denn es ist die erste Insel, die man vom Festland kommend erreicht. Mit 11x4 km, glasklarem Wasser und einem langen Sandstrand (den Madeira nicht hat!) ist die ansonsten karge Insel mein Favorit geworden!
Nach zwei Tagen setzen wir über nach Madeira, in die Marina Quinto do Lorde an der Ostseite der Insel. Auch hier viele Segler, die sich bis zum Start der ARC noch die Zeit vertreiben.

Mit dem Mietwagen fahren wir 2 Tage über die Insel – sehr steile Straßen, viele Tunnel und alle Klimazonen vertreten, bis rauf zu 'recht frisch' auf dem 'Pico do Arieiro' auf 1810m. Die viel geprisene Schlittenfahrt in Funchal kann man sich hingegen schenken – jede Abfahrt von der Skihütte ist spannender. Die Hauptstadt hinterläßt einen angenehmen Eindruck auf mich – nicht zu voll, Kultur und gutes Essen zu zivilen Preisen.

So legen wir Montag morgen bei achterlichem Wind in Richtung Selvagem ab. Als es mal auf 18-20kn auffrischt kommt mal sowas wie Leben ins Boot – 7kn auf raumen Kurs. Unser Wachsystem – 6h tagsüber und 4h nachts – hat sich bewährt. Nach 160sm – Dienstag Mittag - kommt Selvagem in Sicht. Es ist ein Archipel mit mehreren Inseln, von denen nur Selvagem Grande für Besucher (nach vorheriger Registrierung) offen ist.
Wir laufen von der Süd-Ost Seite ein, da im Westen einige Untiefen drohen. Laut Karte soll da eine Ankerbucht sein – in realiter ist das nicht mehr als eine kleine Beule in der Küstenlinie. Abgesehen von einem Versorgungsschiff sind wir das einzige Boot dort, und schmeissen unsere 50m Kette dem Anker hinterher. Obwohl wenig Wind herrscht, ist viel Schwell.

Wir machen das Dinghi klar, Klaus und ich setzen über. Wir werden von einem Franzosen begrüßt, der uns zu verstehen gibt, dass er seinen ersten Tag auf der Insel hat und die Vogelwächter gerade mit dem Versorger in Richtung Selvagem Pequena unterwegs sind. Wir mögen morgen wiederkommen.
So nutze ich den Nachmittag zum Schwimmen in der Bucht – auch hier klares und vor allem warmes Wasser. Später gesellt sich noch ein schottisches Boot zu uns.

Am folgenden Tag treffen wir deren Crew auf der Insel zu einer gemeinsamen Führung. Groß ist die Überraschung, als wir plötzlich auch Deutsch angesprochen werden: Ein Bio-Physik Professor der Uni Duisburg-Essen forscht dort an Radionukleiden bei Seevögeln, denn 'auf Selvagem findet man eine Abgeschiedenheit wie sonst nur auf dem Mt. Everest'. Aber da wäre es ihm entschieden zu kalt. Auch ein Biologe aus Mönchengladbach ist vor Ort, um seltene Käfer zu suchen ('Bitte keine Steine umdrehen!').
Wir genießen die Führung des Inselwächters, der uns auch etwas zur Historie der Insel erzählt. Wir sehen einige Jungtiere in ihren Erdhöhlen sitzen, um noch etwas abzunehmen (!) bevor sie das erste Mal fliegen. 6 Jahre werden sie dann auf See sein, bevor sie erstmals wieder an Land gehen.

Wir bedanken uns mit einer Flasche Wein für die Führung, und am frühen Nachmittag gehen wir Anker auf in Richtung Lanzarote – unter Motor, mangels Wind. Abends sehen wir im Westen eine seltsame Wolkenformation, peilen...und glauben unseren Augen nicht – der Teide auf Teneriffa, über 3000m hoch, ist aus über 90sm mit bloßem Auge zu erkennen! Die folgende Vollmondnacht ist wieder sternenklar, und gegen Morgen laufen wir die Rubicon Marina im Süden von Lanzarote an – willkommen zurück im Urlaubstrubel!
Nachdem wir auf See Nudeln in allen Variationen genossen haben (O-Ton: Wie groß muss die Verzweifelung sein dass der Engländer kocht?) gehen wir mal wieder richtig essen. Die Rubicon Marina ist schön, aber eher schmückendes Beiwerk für die Landtouristen (Bitte keine Kleidung an der Reling zum Trocknen aufhängen.)
Am Folgetag kreuzen wir bei wenig Wind nach Puerto Calero, und so sind 2 Wochen Segeln wieder vorbei. Selvagem ist nur einen Tagestörn von den Kanaren entfernt, und so kann man auf die Idee kommen, dort nochmal vorbei zu fahren. Wieso? Eben weil dort nichts ist. Ausser Ruhe und Natur.

 


Programm 2014

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Karibik - Grenadines

Törn-Nr.:1
Revier:Windward Islands

Ausgangshafen:
Guadeloupe oder Martinique
Termin:Mai oder Nov 2014
Skipper:Dr. Jasper Gährs
hans-jasper.gaehrs@t-online.de
Mögliche Ziele:St. Lucia, Grenada

Antigua Sailing Week

Törn-Nr.:2
Revier:Karibik

Ausgangshafen:
Antigua
Termin:Sa, 26. April - Sa, 3. Mai 2014
Skipper:Christoph Hagmann
christoph.hagmann@hotmail.com
Mögliche Ziele:Guadeloupe, Antigua

Atlantik-Törn

Törn-Nr.:3
Revier:Atlantik

Ausgangshafen:
Lanzarote
Termin:Sa 27.Sept. - Sa 11.Okt 2014
Skipper:Dr. Axel Braun
axel.braun@gmx.de
Ziel:Madeira

Atlantik-Törn

Törn-Nr.:4
Revier:Atlantik

Ausgangshafen:
Lanzarote
Termin:Sa, 29. Sept - Sa, 11. Okt 2014
Skipper:Bernd Lösken
b.loesken@t-online.de
Ziel:Madeira

Kroatien

Törn-Nr.:5
Revier:Kroatien

Ausgangshafen:
Split
Termin:Sa, 7. Juni - Sa, 14. Juni 2014
Skipper:Dr. Dieter Schindler
dtrschindler@gmail.com
Mögliche Route:Split - Dubrovnik - Split

Türkei

Törn-Nr.:6
Revier:Türkische Südküste

Ausgangshafen:
Fethiye
Termin:Sa, 19. Juli - Sa, 26. Juli 2014
Skipper:Prof. Klaus-Jürgen Michaeli
klaus-juergen.michaeli@twobirds.com
Mögliche Ziele:Kykladen

Skagerrak - Kattegat

Törn-Nr.:7
Revier:Schwedische Schären

Ausgangshafen:
Göteborg
Termin:Sa, 5. Juli - Sa, 19. Juli 2014
Skipper:Dominik Kruchen
dominik.kruchen@me.com
Mögliche Ziele:Oslo - Süd-Norwegen

Skagerak - Kattegat

Törn-Nr.:8
Revier:Schwedische Schären

Ausgangshafen:
Göteborg
Termin:Sa, 5. Juli - Sa, 19. Juli 2014
Skipper:Bernd Lösken
b.loesken@t-online.de
Mögliche Ziele:Oslo - Süd-Norwegen

Balearen

Törn-Nr.:9
Revier:Mallorca

Ausgangshafen:
Palma de Mallorca
Termin:Sept 2014
Skipper:Klaus Hympendahl
khympendahl@t-online.de
Mögliche Ziele:Ibiza, Formentera

Bretagne - Kanal-Inseln

Törn-Nr.:10
Revier:Kanal-Inseln

Ausgangshafen:
St. Malo
Termin:Aug - Sept 2014
Skipper:Jochem Münstermann
jochem.mue@arcor.de
Mögliche Ziele:Jersey, Guernsey, Alderney

Schottland

Törn-Nr.:11
Revier:Schottland - Hebriden

Ausgangshafen:
Oban
Termin:Aug - Sept 2014
Skipper:Jochem Münstermann
jochem.mue@arcor.de
Mögliche Ziele:Die Whiskey-Route

Skipper - Training

Törn-Nr.:12
Revier:Ijsselmeer

Ausgangshafen:
Lelystad
Termin:April - Mai 2014
Skipper:N.N.
john@rowenjd.de
Mögliche Ziele:Manöver-Training

Motorboot - Törn

Törn-Nr.:13
Revier:Brandenburg - Mecklenburg

Ausgangshafen:
Müritz
Termin:Sa 27.Sept - Sa 4. Okt 2014
Skipper:Friedhelm Sträter
f.straeter@straetersolingen.de
Mögliche Ziele:

Mecklenburger Seenplatte