14/08/2025


Mein Regattabericht zur Puru Transgascogne – ein Meilenstein auf dem Weg zur Mini Transat

Von Hendrik Lenz

Ein starkes Signal: Podium in der ersten Etappe
Die erste Etappe der Puru Transgascogne – rund 240 Seemeilen von Frankreich nach Gijón – begann für mich mit einem schlechten Start und hoher Konzentration. Trotz drehender Winde, längerer Leichtwindphasen und einem engen Feld konnte ich mich konstant in der Spitzengruppe halten. Es ging in einem sehr langen Reaching Kurs, Halbwind. Da konnte der runde Bug von meinem Boot richtig aufspielen. Durchschnittsgeschwindigkeiten von 16kts waren über 20h an der Ordnung.
Die Spitzengeschwindigkeit war 20kts, da musste ich mich schon am Boot selber festhalten. Einfach Irre! Kurz vor dem Ziel nutzte ich eine taktisch clevere Positionierung, um mehrere Boote zu überholen. Ich beendete die Etappe auf einem großartigen 3. Platz – mein bisher erstes Podium in einer internationalen Mini-Regatta! Dieser Moment im Ziel war überwältigend. Ich war schlicht „voll geflasht“ – ein echtes Highlight meiner bisherigen Mini-Karriere.

Neue Perspektive: Die Rücketappe als Gejagter
Die Rücketappe von Gijón zurück nach Frankreich hatte einen ganz anderen Charakter. Es ging über 48 Stunden auf einem sehr windigen Amwind-Kurs, mit Wind zwischen 15 und 20 Knoten. Ich kam gut aus dem Start und konnte mich früh auf Platz 2 etablieren – eine völlig neue Situation für mich: diesmal war ich der Gejagte. Die Bedingungen waren anspruchsvoll, die taktischen Entscheidungen auf der Kreuz entscheidend. Bis zur Passage von Belle-Île konnte ich meine Position unter den Top 3 verteidigen. Doch auf dem anschließenden Downwind-Abschnit verlangten die schwierigen Bedingungen, die hohe Geschwindigkeit und auch die aufgestaute Müdigkeit ihren Tribut. Ich verlor zwei Plätze und kam letztlich als Fünfter ins Ziel.

Das Gesamtresultat: Platz 4 – und ein persönlicher Erfolg
Mit den Platzierungen 3 (Hin) und 5 (Rück) konnte ich die Puru Transgascogne auf dem 4. Gesamtrang abschließen – ein riesiger persönlicher Erfolg und das beste Ergebnis meiner bisherigen Mini 6.50-Karriere. Ich bin extrem stolz auf diese Leistung – nicht nur wegen der Platzierung, sondern vor allem wegen der Art und Weise, wie ich taktisch, mental und körperlich durchgehalten habe.

Ausblick: Der Countdown zur Mini Transat läuft
Die Puru Transgascogne war für mich nicht nur sportlich, sondern auch emotional ein Meilenstein.
Ich habe gelernt, mit Druck umzugehen, neue Rollen einzunehmen – und das Vertrauen in mein Boot und meine Fähigkeiten weiter gefestigt. Jetzt geht es in die finale Vorbereitungsphase zur Mini Transat, die am 21. September startet. Ich freue mich auf das, was kommt – mit Respekt (Bitte keine Orcas), aber auch mit großer Vorfreude.

Vielen Dank an Trans-Ocean e.V., Weingut Kruppenbacher, PORR GmbH & Co. KGaA, Peter Frisch GmbH, Lenz Rega Port und Gleistein Seile für die großartige Unterstützung!