Friedrich Albert Klebe, Professor

Reise auf dem Rhein durch die teutschen und französischen Rheinländer.

Historischer Reisebericht

Friedrich Eißlinger, Frankfurt, 1806
Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Am 24. Oktober 2014 erlebten wir den begeisternden Vortrag von Frau Dr. Annette Fimpeler, der Direktorin des Düsseldorfer Schifffahrtsmuseum im Schlossturm. Diesen Vortrag schloss sie mit der Empfehlung an uns, die alten Reiseberichte über Rheinfahrten zu Schiff selbst einmal zu lesen und uns so selbst ein beredtes Bild dieses interessanten Teils der Schifffahrtsgeschichte zu machen. Der Vortrag von Frau Dr. Fimpeler machte Appetit darauf, hier etwas, um diesen Appetit zu stillen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschreibt der kurpfläzische Statistik-Professor Friedrich Albert Klebe eine Reise auf dem Rhein von Mainz bis Düsseldorf und das Bergische Land. Die Schilderung hat es in sich, denn sie wird in einer Zeit des Umbruchs und der raschen Veränderung herausgegeben. Frankreich hat sich inzwischen bis an das Westufer des Rheins ausgedehnt. 1803, also drei Jahre bevor dieser Bericht erscheint, waren die zuvor zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen gehörenden Territorien an die Republik Frankreich abgetreten worden. Ostwärts des Rheines lagen die übrig gebliebenen Staaten des untergegangenen Reichs in mehr oder weniger starker Abhängigkeit zu Frankreich. Napoleons Kaiserkrönung und die Schlacht bei Austerlitz liegen zwar noch in naher Zukunft, aber wer 1803 den Grenzfluss Rhein bereiste, dem konnte nicht entgehen, dass die damalige Situation alles andere als stabil war.

Dieser Reisebericht ist in mehrerlei Hinsicht lesenswert. Zum einen erfährt der Schifffahrtsinteressierten aus zeitgenössischer Quelle vieles vom Leben auf dem Strom und in den Städten an seinen Ufern. Auch niederrheinischer und Düsseldorfer Lokalkolorit gehören dazu. Wer sich ein wenig für europäische Geschichte interessiert, liest wie ein Zeitzeuge diese Zeit epochaler historischer Ereignisse erlebte. Die Ereignisse reihten sich so rasch aneinander, dass sogar diese zweite Auflage zwischen Manuskript und Drucklegung von der Realität überholt wurde. Dem Leser empfiehlt es sich also, zuerst die beiden Vorworte zu lesen und dann sofort zum Nachwort zu springen, bevor er sich der stromabwärts fließenden Reihenfolge der Kapitel überlässt. Manches Geschilderte über den Strom, an dem unser Clubhaus liegt, wird dem Leser bekannt vorkommen, anderes ist ihm fast unvorstellbar.

Obwohl  solche historischen Reiseberichte kaum noch im Antiquariat und schon gar nicht mehr im Buchhandel zu beziehen sind, sind sie inzwischen dank der  EUROPEANA, dem Archivportal der Europäischen Union, für uns verfügbar: www.europeana.eu. Dort einfach den Namen des Autors und den Titel (es reicht ein Teil davon) in die Suchzeile eingeben und man gelangt  durch Anklicken des Symbols für Textdatei rechts neben dem Bild des Buchde-ckels auf den Pfad zum Digitalisats im Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Düs-seldorf (view item at). Die Datei lässt sich im pdf-Format herunterladen und mit Hilfe z.B. des adobe-readers lesen.

Gesetzt ist der Text in Fraktur, der damaligen Druckschrift, die sich m.E. auch heute noch lesen lässt. Wer diese Schrift nicht gewohnt ist, kann auf www.wikipedia.de unter dem Stichwort „Fraktur“ eine Transkription finden.